Kaffee und Coffein

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Die erste Auflage des Buches wurde trotz des Erscheinungsjahres 1938 noch immer verlangt. Als Herr ROTHFos/Hamburg an den Verlag herantrat mit der Anregung eines unveranderten Neudrucks, wurde der Entschluss zu einer volligen Neubearbeitung gefasst. Die erste Auflage hatte nur ein ganz grobes Gerust geboten, denn wie viel wurde gerade auf diesem Gebiet in den letzten 35 Jahren gearbeitet. Folgende Gebiete sind in dieser Hinsicht besonders hervorzuheben: 1. Zentralnervensystem. Hier haben sich unsere Kenntnisse uber die nahere Lokalisation des Angriffs des Coffeins erheblich erweitert. Die Verbesserung und Neuentwicklung psychologischer Testsysteme fuhrte zu einer vollstandige ren Analyse der psychologischen Effekte des Coffeins. Das Thema Schlaf und Alkohol wurde intensiv bearbeitet. 2. Herz und Skeletmuskulatur. Mit Hilfe des Elektronenmikroskops und der Elektrophysiologie wurden neue Erkenntnisse uber den Mechanismus der Kontraktion und damit auch uber die Wirkungsweise des Coffeins gewonnen. 3. Die Entdeckung des cyclischen AMP durch SUTHERLAND gab weitere Einblik ke in den gesamten Stoffwechsel, so dass dieses Thema bei der Besprechung einzelner Organe mehrmals auftaucht, wobei der Klarheit wegen Wiederho lungen manchmal nicht vermeidbar sind. Auch Probleme hinsichtlich der Entwicklung einer Arteriosklerose oder des Herzinfarktes werden beruhrt, die kurzlich in den USA ausfuhrlich diskutiert wurden und durch vorzeitigen Eingang in die Tagespresse das Publikum beunruhigen konnten. 4. Ganz neu war die Entdeckung, dass Coffein auf die Zellteilung einwirkt. Eine ausfuhrliche Darstellung dieser Ergebnisse auch hinsichtlich der Induktion von Mutationen und Missbildungen wurde notwendig. Es ist zu diskutieren, inwieweit der Kaffeegenuss sich in dieser Richtung als schadlich erweisen konnte.