Die Personifikation der Stadt Antiocheia: Ein neues Bild fur eine neue Gottheit

Hardback
Die im fruhen 3. Jh. v.Chr. in Antiocheia aufgestellte Statue einer sitzenden Frau mit Mauerkrone verbindet traditionelle mit innovativen und abstrakte mit anschaulichen Zugen. Aufgrund kaiserzeitlicher Quellen gilt sie als die fruheste Darstellung einer Stadttyche. Die ikonographische Analyse zeigt indes, dass es sich um die Personifikation der Stadt handelt. Zahlreiche rundplastische Nachbildungen sowie Abbildungen (vor allem auf Munzen und Gemmen), die von spathellenistischer bis spatantiker Zeit angefertigt wurden, geben eine Vorstellung vom Aussehen des verlorenen Werkes. Ferner zeugen sie von der immer wieder aktualisierten Relevanz der Statue selbst sowie vom Erfolg der Bilderfindung, die auch in anderen Stadten rezipiert und adaptiert wurde. In der Kaiserzeit wurde die Figur mit der Grundung der Stadt in Verbindung gebracht und nicht nur fur die Darstellung von Stadtpersonifikationen, sondern auch fur die von Stadttychen verwendet. Die Konzeption einer Stadttyche ist allerdings fur die Entstehungszeit der Statue noch nicht nachzuweisen; sie lasst sich erst fur das 2. Jh. v.Chr. wahrscheinlich machen.